Wie ehrlich muss ich bei einem Vorstellungsgespräch sein?
Dieses Thema wurde u.a. bei den Fragen 13 und 15 bereits angesprochen. Prinzipiell sollten Sie immer so ehrlich und authentisch wie möglich sein. Wenn Sie in einem Vorstellungsgespräch lügen und hinterher eingestellt werden, kommt meistens sowieso die Wahrheit ans Licht. Der Arbeitgeber hat dann sogar das Recht zur fristlosen Kündigung. Eine Ausnahme bilden nur die unerlaubten Fragen (siehe Frage 13).
Geschulte Personaler merken es oft, wenn Sie sie belügen. Sie wissen aber auch, dass die Bewerber bestrebt sind, sich in ein möglichst gutes Licht zu rücken. Treten Sie also ehrlich und selbstbewusst auf und stehen Sie auch zu Ihren Schwächen. Denn die hat jeder, und wenn Sie sie offen zugeben, macht Sie das nur sympathischer. Sie sollten aber auch immer einen gesunden Mittelweg finden und nicht zu viele Schwächen offenbaren.
Ein heikles Thema sind die Lücken oder Unregelmäßigkeiten im Lebenslauf. Wenn Sie z.B. aufgrund persönlicher Probleme länger
als üblich für Ihren Schulabschluss gebraucht haben, will Ihr Gesprächspartner diese Probleme nicht im Detail hören. Seien Sie
in diesem Fall also nicht zu persönlich und offenbaren zu viele Schwächen.
Bei der Frage nach einer schwierigen Phase in Ihrem Leben sollten Sie auch nicht den Tod Ihres Kaninchens o.Ä. nennen. Diese
Frage zielt eher auf den beruflichen Lebenslauf ab. Hier können Sie Probleme oder Schwierigkeiten im Job nennen. Optimal ist es
natürlich, wenn Sie diese dann auch gelöst haben.
Was Ihren ehemaligen Arbeitgeber betrifft, so sollten Sie sich möglichst bedeckt halten und nicht negativ über ihn sprechen. Geben Sie ihm auch nicht die Schuld für Ihre Kündigung oder im Arbeitsverhältnis aufgetretene Probleme. Ihr Gegenüber könnte dann den Eindruck gewinnen, dass Sie gerne lästern und vielleicht auch einmal negativ über ihn sprechen. Es gilt also: Seien Sie so ehrlich wie möglich, ohne zu viele Schwächen zu offenbaren. Und suchen Sie auf gar keinen Fall die Schuld für berufliche Probleme bei anderen.
