Die 10 wichtigsten Fragen und Tipps für die Antworten

1. Erzählen Sie etwas über sich.
  • Das Unternehmen bzw. Ihr Gegenüber erwartet von Ihnen eine strukturierte Darstellung Ihres Werdegangs bzw. ein Kurzprofil. Beides sollten Sie bereits vor dem Gespräch vorbereitet haben.
  • Starten Sie bei der Ausbildung, erwähnen Sie Ihre Abschlüsse und Schwerpunkte. Gehen Sie anschließend kurz auf berufliche Stationen ein, schildern Sie Leistungsbeispiele und geben sie ein knappes Kompetenzprofil.
  • Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu weit ausschweifen - planen Sie höchstens sechs bis acht Minuten für diesen Punkt ein.
2. Würden Sie bitte ihren Lebenslauf mit den wichtigsten Stationen zusammenfassen?
  • Viele Vorstellungsgespräche beginnen mit einer derartigen Frage. Ihr Gegenüber bietet Ihnen damit eine Möglichkeit, Ihre Nervosität abzulegen und einfach ein wenig zu erzählen. Vermeiden Sie jedoch, zu quasseln und unstrukturiert irgendwelche Stationen Ihres Lebens aufzuzählen und diese am besten noch durcheinander zu wirbeln.
  • Auch wichtig: Legen Sie nicht zu viel Wert auf die genauen Daten. Es handelt sich bei dem Gespräch nicht um eine mündliche Prüfung, bei der es um Faktenwissen geht. Und erzählen Sie nicht allzu viel zu unwichtigen Stationen Ihres Lebens (z.B. Zivildienst). Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche.
3. Wo liegen Ihre Stärken?
  • Hierbei geht es um eine Gratwanderung zwischen Selbstbewusstsein und der Fähigkeit zur Selbstkritik. Also: Nicht zu sehr auf den Putz hauen, aber auch das Licht nicht unter den Scheffel stellen.
  • Machen Sie sich schon vorab eine Liste mit allen Vorzügen, die Ihnen einfallen und die auf Sie zutreffen. Suchen Sie sich anschließend die drei Stärken aus, die Ihrer Meinung nach für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben am wichtigsten sind. Behalten Sie jedoch auch noch einige andere im Hinterkopf, falls Ihr Gesprächspartner noch einmal nachhakt.
  • Bemühen Sie sich, die genannten Stärken auch zu begründen bzw. zu belegen. Geben Sie konkrete Beispiele oder Hinweise auf Erfolge im Rahmen Ihrer bisherigen Tätigkeit.
4. Wo liegen Ihre Schwächen?
  • Wer bei dieser Frage ganz und gar ehrlich bleibt hat eigentlich schon verloren. Es geht im Grunde nur darum, auf eine pikante Frage überzeugend zu reagieren. Deshalb sollten Sie sich auf diese Frage besonders intensiv vorbereiten.
  • Man kann sich z.B. auf Schwächen beziehen, die typisch menschlich sind. Z.B. sind Menschen nun mal ungeduldig, wenn sich Dinge anders entwickeln als sie sollten. Und Frustration ist eine typische Folge der begrenzten Begeisterungsfähigkeit anderer.
  • Achten Sie jedoch darauf, dass sie auf keinen Fall Schwächen einräumen, die Sie bei Ihrer zukünftigen Tätigkeit behindern könnten.
  • Vielmehr sollten Sie überlegen, ob es nicht sogar "Schwächen" gibt, hinter denen sich eigentlich Stärken verbergen bzw. die für den zu vergebenden Job zuträglich sein könnten (z.B. Perfektionismus - dies wird jedoch ziemlich häufig genannt).
5. Warum wollen Sie Ihre derzeitige Firma verlassen / den Arbeitsplatz wechseln?
  • Bei dieser Frage geht es Ihrem zukünftigen Arbeitgeber bzw. dem Personaler darum, zu erfahren, ob Sie ein Mitarbeiter sind, der den Job schmeißt, sobald es einmal eng und schwierig wird.
  • Auch Schwierigkeiten mit Vorgesetzten und Kollegen können Gründe für eine Kündigung sein. Wenn dies der Fall ist, so erwähnen Sie dies besser nicht. Man könnte damit rechnen, dass es mit Ihnen auch in der zukünftigen Position im Untenehmen wieder Schwierigkeiten geben wird.
  • Geben Sie einen vernünftigen Grund an, der weder vermuten lässt, dass es schwierig ist, mit Ihnen umzugehen, noch dass Sie lediglich auf mehr Geld und Prestige aus sind.
6. Warum sind sie der/die Richtige für die angebotene Stelle?
  • Diese Frage gehört zum absoluten Standardrepertoire der meisten Personalentscheider. Dementsprechend gut vorbereitet sollten Sie auch sein.
  • Machen Sie klar, dass Sie genau wissen, worauf es bei der Stelle ankommt. Es versteht sich jedoch von selbst, dass Sie nicht die in der Stellenanzeige bzw. dem Stellenprofil genannten Anforderungen aufzählen sollten mit dem Hinweis, dass diese alle auf sie zutreffen.
  • Nennen Sie möglichst drei Punkte, die kann sich Ihr Gesprächspartner gut merken.
  • Die Zielpunkte Ihrer Antwort sollten sein:

    "Ich kann das, was für diese Stelle gefordert ist."

    "Mich reizt die Aufgabe, sie entspricht meinen Berufszielen."

    "Ich denke, ich könnte gut zum Unternehmen passen."

7. Wo sehen Sie sich in 5, 10, 15 Jahren?
  • Sie sollten Ihrem Gesprächspartner klar machen, dass Sie genaue Vorstellungen davon haben, wie Ihr Leben aussehen sollte bzw. könnte (nennen Sie also ruhig konkrete Positionen, Stellen oder Möglichkeiten wie ein Auslandsaufenthalt).
  • Vermitteln Sie ihm jedoch auch, dass Sie flexibel genug sind, sich auf neue Situationen und Entwicklungen einzustellen und Sie nicht zu festgefahren sind.
8. Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Und wieder einmal spielt die intensive Vorbereitung eine große Rolle. Wie bereits erwähnt sollten Sie sich im Vorfeld bereits umfangreiche Informationen über das Unternehmen besorgt haben.
  • Gehen Sie jeweils kurz auf die Branche ein sowie auf Dienstleistungen / Produkte, die Unternehmensphilosophie, die Erfolge und aktuellen Entwicklungen (auch Probleme) des Unternehmens ein und seien Sie auch auf spezielle Nachfragen gefasst.
9. Warum haben Sie sich gerade bei uns beworben?
  • Auf diese Frage werden Sie nur eine zufrieden stellende Antwort geben können, wenn Sie sich gut vorbereitet haben, sich also intensiv mit dem Unternehmen und dem Stellenangebot auseinander gesetzt haben. Ihr Gegenüber sollte niemals das Gefühl bekommen, dass Sie sich schon bei unzähligen anderen Firmen beworben haben und es Ihnen nur um Geld, Prestige oder eine höhere Position geht.
  • Negative Antwort: "Die Stellenanzeige schien zu passen."

  • Positive Formulierungen: "Weil meine bisherige berufliche Entwicklung mich darauf vorbereitet hat, die Aufgaben eines XXX bei Ihnen zu übernehmen. So habe ich bereits ... (Beschreibung relevanter Tätigkeiten)." Oder
  • "Mir gefallen die Philosophie und das Auftreten Ihres Unternehmens. Ich glaube, dass ich mich hier sehr wohl fühlen würde und meine Fähigkeiten hier am besten zum Tragen kämen."

10. Wie sind Sie mit ihren ehemaligen Kollegen und Vorgesetzten klargekommen?
  • Selbstverständlich sind Sie generell sehr gut mit allen ausgekommen. Schließlich arbeiten Sie auch gerne im Team und gehen grundsätzlich auf Vorschläge, Aussagen und auch Anweisungen ein.
  • Übertreiben Sie es jedoch nicht mit dem Eigenlob und damit, wie umgänglich und freundlich Sie grundsätzlich sind. Stellen Sie klar, dass es in einem Unternehmen natürlich ab und zu zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Verweisen Sie jedoch darauf, dass es dabei nur um fachliche Problemfelder ging und die kleinen Auseinandersetzungen immer schnell geklärt waren. Problem- und Konfliktlösungsfähigkeit sind schließlich immer gern gesehen.
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